Raum für den Sargbauer

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Raum für den Sargbauer

Der Erzähler weilt in Raum A, erzählt aber meist von der Zeit, da er sich in Raum B aufhielt, und zwar beobachtend, wie Raum A fertiggestellt wird. Bisweilen gräbt er in der Vergangenheit und erzählt von Raum C und D. Der beobachtete Erbauer des Raumes A befindet sich, freilich, meist in Raum B, entzieht sich aber dann und wann der Beobachtung durch den Erzähler und begibt sich in Raum E. – Das Seminar »Text und Raum« an der Fachhochschule Münster.

Was anmutet wie eine Textaufgabe sind in Wirklichkeit Orte der Handlung des Hörstücks »Der Sargbauer zu Fretter im Sauerland«. StudentInnen des Fachbereichs Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Münster um Frau Professor Claudia Grönebaum stellten sich der Aufgabe, die Geschichte in den Raum zu übertragen, sie also bildlich zu interpretieren beziehungsweise Assoziationsspielräume zu erschaffen. Es sind einige wunderbare Ideen entstanden. Angestrebt ist die Realisation zumindest einer Installation sowie eine Lesung an der FH Münster zu Anfang des Sommersemesters 2013.

 

Seminararbeit von Christian Büschenfeld

Ein sargförmiger, kleiner Raum, lediglich ein Holzgerüst mit Boden und Decke. Herabhängende Werkzeuge und Gegenstände aus der Erzählung bilden die Wände. Der Besucher sitzt, allein. Gedimmtes Licht, ruhige Atmosphäre. Er blickt um sich, er hört.
„Mir geht es schlecht, sehr schlecht…“

Skizze: Christian Büschenfeld

Skizze: Christian Büschenfeld

 

Seminararbeit von Katharina Schiffels

Eine Lesung an untypischen Leseorten: Die Lesekiste bringt alles mit, was für eine Lesung benötigt wird. Zwei bis drei Tage im Vorfeld aufgestellt, weckt die Kiste als Fremdkörper die Neugier potenzieller Zuhörer und regt sie unmittelbar vor dem Event an, die Lesebühne selbst mit aufzubauen.

Skizze: Katharina Schiffels

Skizze: Katharina Schiffels

 

Seminararbeit von Eva Begemann

LAUFEN – WARTEN – FAHREN – UMSTEIGEN
EINSTEIGEN – AUSSTEIGEN – GEHEN
WEITERFAHREN – STEHEN BLEIBEN – SITZEN
ENTSCHEIDUNGEN.

Busfahren und auch das Leben des Sargbauers bestehen aus Entscheidungen, welche die Besucher auf einer Sonderfahrt miterleben.

Skizze: Eva Begemann

Skizze: Eva Begemann

 

Seminararbeit von Milena Janßen

Mitten im Wald stehen hintereinander sieben Holzhütten, deren Abstand zueinander sich vom einen zum andern Ende verringert, bis sie optisch zusammen wachsen und nicht mehr frei stehen, sondern durch einen Gang verbunden sind. In den Hütten werden die einzelnen Kapitel der Kurzgeschichte erfahrbar und durch ihre Anordnung die zunehmende Vereinsamung und Trennung des Protagonisten von der umgebenden Außenwelt spürbar.

Skizze 1: Milena Janßen

Skizze 1: Milena Janßen

Skizze 2: Milena Janßen

Skizze 2: Milena Janßen

 

Seminararbeit von Leonie Dammann

Aus der Erzählperspektive des Gewehrs kann sich der Besucher nach und nach durch jene Gefühls- und Zeitebenen bewegen, die das Lebens des Sargbauers markieren – der Text wird zum begehbaren Raum.

Skizze: Leonie Dammann

Skizze: Leonie Dammann

 

Seminararbeit von Lisa Lange

Einen Assoziationsraum schaffen. Ohne zu viel vorwegzunehmen, Emotionen unterbewusst vermitteln. Liegen und Hören. Sehen. Fühlen. Reflektieren.

Skizze: Lisa Lange

Skizze: Lisa Lange

 

Der Sargbauer zu Fretter im Sauerland: Modell von Lisa Lange

Der Sargbauer zu Fretter im Sauerland: Modell von Lisa Lange

1 Kommentar

  1. Großartige Ideen!!
    Ich stelle mir vor die CD einzulegen und -inspiriert durch die Entwürfe- auf verschiedene Arten in die Geschichte einzutauchen…
    Der sargförmige Raum hat es mir -auf den ersten Blick -besonders angetan.

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