Klavierpoesie

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Klavierpoesie

Klavierpoesie =
Komposition und Klavier: Alexandra Danshova
Dichtung und Deklamation: Ingo Munz

Wenn Alexandra Danshova an ihrem Klavier eigene Kompositionen zum Besten gibt und dazu Ingo Munz seine Lyrik teils spricht, meist deklamiert und selten singt, dann rührt sich womöglich weniger Wohlwollen und ein Gefallen als vielmehr ein mächtiges Staunen. Denn immer dann, wenn der Zuhörer sich mit einem Stück zu arrangieren beginnt und vielleicht Finger, Kopf oder Füße animiert, im Takte mitzugehen, immer dann geht mal der Text, mal die Musik wie mit einem Schwert dazwischen und zerschneidet – so zu sagen –„Erwartungen“.

Weitere Auftritte von Klavierpoesie sind zunächst nicht geplant.

»Es war furios. Die Dichtung lebt. Ein bezauberndes Zusammenspiel.« Angela Weber via Facebook zum letzten Auftritt im Mai 2015.

Die Audio-CD im Online-Shop des »Verlag Ingo Munz« Die CD im Online-Shop des »Verlag Ingo Munz« kaufen.. Spieldauer: 53 Min. ISBN: 978-3-944585-01-7. 14 Euro.

Alle Beiträge zu Klavierpoesie finden Sie hier.

Aufklappen für die Stimmen zu Klavierpoesie

»Die Freude groß beim Hören. Vielseitiges, Tiefsinniges, Nachdenkliches, Zärtliches, Zorniges, mit schöner Stimme vorgetragen. Dazu die wunderbare Klavierbegleitung von Alexandra Danshova.«

Karin Horn auf www.villa-siegfried.de

»Seine deklamatorischen Fähigkeiten kommen nun erst zur vollen Geltung, das verrucht anmutende Flüstern des Wortes “Fegefeuer” etwa, oder das trotzig gerufene “ich” in der rechten Hand der linken Hand.«

Simon Meier-Vieracker auf www.ingomunz.com

»Mein Herz juchzt und jauchzt bei diesen wunder… wunder… wunderschönen Erinnerungen in Bildern. Es ist soo anrührend…! Merci.«

Catherine Horn auf Facebook

»Beinahe täglich begleitet mich Klavierpoesie und stets gibt es Neues zum Schmunzeln, Schmelzen und Nachsinnen. Die schöne Stimme in Kombination mit Alexandras fabelhaftem Klavierspiel ist Teil meines Alltags geworden.«

Tatjana auf www.ingomunz.com

»Klavierpoesie ist die organische Verbindung zweier herausragender Künstler und Menschen. Ihr zu lauschen berührt und erfreut zutiefst.«

Sebastian Spree auf www.ingomunz.com

Zu den Konzerten von Klavierpoesie:»Es war furios. Die Dichtung lebt. Ein bezauberndes Zusammenspiel.«

Dr. Angela Weber via Facebook

»Gratulation zu dem Auftritt, wirklich genial.«

Didi Steinburg via Facebook

Hier sieht es so aus, als sei ich das Sensibelchen. Vielleicht stimmt's ja?

Hier sieht es so aus, als sei ich das Sensibelchen. Vielleicht stimmt’s ja?

Aus dem Repertoire:

Studioaufnahme „Eine meditative Erregung“

In die Ferne und ganz da: eine gute Mischung!

In die Ferne und ganz da: eine gute Mischung!

Aufklappen für die »Kleine Geschichte über eine Klavierpoesie-Probe«

Ich hab‘s nicht weit, ungefähr, das heißt ziemlich genau ein zigarettenlängelanger Fußmarsch. Die etwa acht Schritte hin zum Isenbergplatz, das Büdchen, das Click rechts liegen lassen, dann über die Kronprinzenstraße und vorbei an den beiden mächtigen Glocken, die seit ein paar Jahren den Vorplatz der ehemaligen Kirche St. Engelbert zieren, wodurch sie übrigens, so auf Augenhöhe mit dem Betrachter stehend, tatsächlich beeindruckender wirken als in irgendeinem Glockenturm. Zwei Mal noch rechts abbiegen. Schon gelange ich über den Nebeneingang in den Bauch der Kirche.

Bereits im Flur erste Töne und Klänge. Hier ein lupenreiner Sopran, dort, aus dem Säulensaal, die sanfte Wucht eines ganzen Orchesters. Jetzt stehe ich vor der anvisierten Türe, klopfe an und vernehme schließlich ein etwas in die Länge gezogenes »Herrrein«. Das vielleicht 20m² große Zimmer ist schnell beschrieben: ein grüner Linoleumboden, zwei alte Aktenschränke, ein paar Stühle, meist Bürostühle, eine unsagbar hässliche Garderobe, ein Orchesterpult und an der Stirnseite, unter einem kleinen, von eisernen Gitterstäben behüteten Fenster, ein Schreibtisch, davor, selbstverständlich, das Klavier. An diesem Klavier sitzt, mit dem Gesicht zur Türe, Alexandra Danshova.

Alexandra Danshova

Alexandra Danshova

Wir treffen uns etwa zweimal die Woche.

„Richtige Lieder“, die auf Wiederholung und Refrains setzen, Lieder, die ein spezielles Metrum erfordern, findet man im Repertoire von Klavierpoesie nur selten. Viel häufiger wird die Lyrik musikdramaturgisch vorbereitet, begleitet und abschließend veredelt. Immer gelinge es Alexandra Danshova, so zumindest schwärmt Ingo Munz, die Gedichte und deren Wirkung fundamental zu erhöhen.

Alexandra Danshova und Ingo Munz

Alexandra Danshova und Ingo Munz
Alexandra Danshova, geboren in Tschebarkul (Russland), studierte Komposition an der Staatlichen Musikakademie in Minsk. Seit 2007 arbeitet sie als Komponistin und Musiklehrerin in Essen.

Der Zuhörer darf also weniger darauf hoffen (und muss auch nicht befürchten), Lieder, Kunstlieder im Schubert’schen Stile vorgesetzt zu bekommen. Tatsächlich sucht man in der Poesie des Ingo Munz vergeblich nach dem Li-i-i-ndenbaum, der am Brunnen vor dem Tore steht; vielmehr geht man in seinen Texten „Johngecaget in den Supermarkt!“ oder schleicht bisweilen „Makellos unmoralisch“ hindurch arg irdische Belange.

Aus dem Repertoire:

Studioaufnahme „Makellos unmoralisch“

Klavierpoesie verbindet also zeitgenössische Lyrik mit zeitgenössischer Komposition. Diese vielleicht ein wenig anachronistisch anmutende Konstellation kommt auf der Bühne zudem mit nur geringer Theatralik aus. Ja, es geht halbwegs ernst zu! Der Zuhörer soll dennoch nicht, anders als ein Setting „Klavier, Spieler und Interpret“ vielleicht vermuten lässt, nur still und bewegungslos im Stuhle hocken, sondern, so zumindest wünscht es sich Klavierpoesie, durchaus munter, stehend oder sitzend, auch trinkend, auf die mannigfach dargebotenen Emotionen reagieren. Er soll, gerade weil er ganz gewiss und dann und wann anderer Meinung sein wird, inspiriert werden zu vielleicht nicht neuen, zumindest aber zu anderen Gedanken. Er soll laut staunen dürfen!

Ingo Munz staunt

Ingo Munz staunt: Eine Platzwunde an der Stirn, eingefangen beim Musizieren! Klick!

Alexandra Danshova und Ingo Munz lernten sich 2011 in Essen kennen. Bis heute hat Danshova etwa fünfundzwanzig Gedichte vertont. Eine erste CD erschien im Juli 2013.

Das Cover der CD, von Stefan Michaelsen

Das Cover der CD, von Stefan Michaelsen

4 Kommentare

  1. Bin sehr gespannt und freue mich. Karin

  2. Um, Herr Löwenthal, keinen falschen Eindruck zu erwecken: Ich habe nichts gegen Schubert, im Gegenteil! Wer kann sich schon der Winterreise entziehen? Wem könnten bei „Nacht und Träume“ nicht die Tränen einschießen?

    Das ist alles so fulminant, das ist so unglaublich gerechtfertigt und das ist in Sachen Musik und in Sachen Lyrik tierisch großartig. Es ist aber auch zweihundert Jahre alt, es ist ungefähr schon zig Millionen Mal von ungefähr zig Millionen Menschen gespielt und interpretiert worden. In dem Genre Kunstlied liegt ein Überraschungsmoment, das so hoch ist wie die Berge des Wattenmeers. Klavierpoesie dagegen ist zeitgenössisch. Zeitgenössische Komposition verknüpft mit zeitgenössischer Dichtung. Eben keine Lindenbäume, sondern beispielsweise Portemonnaie-Pragmatismen. Und dieses Wort packen Sie jetzt in ein Kunstlied! Das ist anders! Naturgemäß kann ich nicht singen wie Fischer-Dieskau, brauche ich aber auch nicht, denn ich bin Dichter und kein Sänger. Ich singe ja nicht. Ich spreche auch nicht und ich deklamiere/rezitiere nicht wirklich. Ich mache einfach irgend etwas, das dem Dunstkreis Kunstlied, Lyrik, Komposition, Klavier et cetera entstammen muss. Aus Klavierpoesie ist etwas erwachsen, das ich einfach nicht beschreiben kann, etwas, das nicht an der Straße der Worte liegt. Schubert (und Wilhelm Müller) mag ich aber trotzdem. I.

  3. Klavierpoesie ist die organische Verbindung zweier herausragender Künstler und Menschen.
    Ihr zu lauschen berührt und erfreut zutiefst.

    Sebastian Spree

  4. Vor exakt 45 Jahren erschien Hans-Peter Dreitzels Hauptwerk, das ich nie gelesen habe, aber dessen Titel mir für immer unvergessen bleiben wird: „Das gesellschaftliche Leiden und das Leiden an der Gesellschaft“. Wie nur man selbst sein, fragt Dreitzel, wenn einen die Gesellschaft in Rollen zwingt? Wenn ich bisher an Ingo Munz gedacht habe, musste ich auch an Hans-Peter Dreitzel denken, denn ich habe mir gesagt: Für Ingo müsste man das Buch umschreiben, denn Ingo ist anders. Dieser Mann leidet nicht an der Gesellschaft, er leidet an sich selbst; weshalb er Gesellschaft zugleich sucht und fürchtet.

    Und dann das: Klavierpoesie. Einfach großartig. Die Musik erhöht Ingo Munz‘ Texte um ein kaum zu ermessendes Maß, und umgekehrt verhält es sich nicht anders. Seine deklamatorischen Fähigkeiten kommen nun erst zur vollen Geltung, das verrucht anmutende Flüstern des Wortes „Fegefeuer“ etwa, oder das trotzig gerufene „ich“ in der rechten Hand der linken Hand. Die Gedichte, die ich schon kenne, erscheinen nun in völlig neuem Licht; und die, die ich noch nicht kenne, begeistern mich auch. Das Leiden ist – dem Himmel sei Dank – nicht verschwunden, doch Leiden woran? Ich vermag es nicht zu sagen, ich weiß nur: „Dass ich mein Maul“ stürzt mich in eine von großer Zuneigung durchdrungene Melancholie. Selbst die vier Jahreszeiten, die in Kulturpessimismus abzudriften scheinen, kriegen mit den wiederholten Zeilen mit dem blauen Band, das jeder und doch niemand zeigen will, noch die Kurve. Und in ein wohliges Bad aus Gänsehaut fühlte ich mich getunkt, wenn in der meditativen Erregung die Gedanken zu fliegen beginnen und Ingo Munz sogar zu singen anfängst. Das ist für mich der großartigste Moment der CD, wenn nicht seines bisherigen Werks.

    Ich bin wirklich begeistert!

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  1. Hilfreiche Geschenke: Was Sie wem schenken sollten | Ingo Munz: Prosa | Drama | Lyrik - […] Der Aufforderung zu unverzüglichem Sex begegnet er mit einem albernen Lächeln. Schenken Sie ihm »Klavierpoesie«, denn die Gedichte zeigen…

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