Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein

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Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein

Er könne es nicht ausstehen, dieses »Seht ihr, hab ich’s nicht gesagt?« Denn wenn einer über Jahre und Jahrzehnte hinweg schreibe, so Ingo Munz, seine Meinung ungefragt kundtue, dann werde schon ab und an etwas dabei sein, was ihn später bestätige. Ein Souverän, ein wahrer Teiresias, habe allerdings zu schweigen, habe den erhobenen Zeigefinger in der Hosentasche zu lassen. Im Falle der Zeitungsdramolette »Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein« bleibe einem aber nichts anderes übrig, als eine Ausnahme zu machen.

 

Sich wieder an tötende und getötete deutsche Soldaten gewöhnen

»Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein« entstand im November 2006 aus Empörung über einen Artikel in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Darin äußerte sich der Vier-Sterne-General Naumann über die sogenannte Notwenigkeit des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr und empfahl der Bevölkerung, sich wieder an tötende und getötete deutsche Soldaten zu gewöhnen. Die Selbstverständlichkeit, mit der ein offensichtlich Geisteskranker menschverachtendes und – man möge die marxistische Wortwahl richtig einordnen – imperialistisches Gedankengut zum Besten geben darf, schockierte, erzürnte und zündete beim Autor in der Erfindung einer neuen dramatischen Abart, der Zeitungsdramolette. Prinzip einer solchen Zeitungsdramolette ist die wortgetreue Wiedergabe eines Zeitungsartikels beziehungsweise eines Interviews sowie das Einfügen einer weiteren Figur, in diesem Fall der Figur des moralisierenden hässlichen Entleins.

 

Die Revitalisierung der Zeitungsdramolette

Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein

Anstoß für eine Revitalisierung der Zeitungsdramolette war der Spiegel-Online-Artikel »Bundeswehr befürchtet Bürgerkrieg in Afghanistan« vom 2. Dezember 2011. Der Artikel bestätigt die Prognosen des hässlichen Entleins Wort für Wort. Es zeigt sich, wie die erzreaktionären Kräfte dieses Landes, unterstützt von Wirtschaft und Medien, fast Jahr für Jahr dieselben Fehler begehen dürfen. Es ist eine Schande! J’Accuse! Ich klage an die WAZ, die Politik und all jene, die nicht gegen die verbrecherischen Machenschaften von Medien und Wirtschaft aufbegehren!

Lesen Sie »Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein«! Die Dramolette wurde veröffentlicht auf den Seiten der Bewegung Amorkratie. Jetzt!.

Lovis Löwenthal, am 3. Dezember 2011

Lesen und hören Sie aus dem Gedichtzyklus Anti-Märchen:

Midas

(von Daniel Berg, interpretiert von Charis Nass)

Wo er hinlangt, wirkt Wut
Was er anfasst, wirft Blut
Welt wird rot
Bald reicht Tod
dem General
die Hand

 

Und das Wichtigste: Prüfen und überdenken Sie das, was Ihnen vorgesetzt wird! Hierzu der Eintrag ins Gästebuch der Bewegung Amorkratie. Jetzt! vom 13. April 2010:

 

Ich arbeite bei der WAZ. Ihr habt es mit «Des Teufels General, die WAZ und das moralisierende hässliche Entlein» wunderbar getroffen. Bitte mehr davon.

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