Wir lieben, wir lieben nicht
Versuch einer amorkratischen Dialektik

»These, Antithese, Synthese, Versuch einer amorkratischen Dialektik«, so heißt ein uraltes Gedicht von Ingo Munz. Damalige Reaktionen fielen knapp, aber naturgemäß wohlwollend aus – eine verheerende Kombination! Einzig ein Kommentar, der fürchterlichste überhaupt, einzig ein mickriger Kommentar kam ein wenig kritischer, vor allem aber länger daher:
Das Gedicht erinnere an die experimentell-lautmalerischen Werke des Ernst Jandl. Nicht mehr also als billiger Eklektizismus? Geht's denn überhaupt noch? Was meinen Sie? Nein, Pardon, tun Sie es bitte nicht kund! Alles ist gut, wenn Sie schweigen.
Wir lieben, wir lieben nicht!
These, Antithese, Synthese
(Versuch einer amorkratischen Dialektik)
Wir lieben
Wir lieben nicht
Wir lieben Wir lieben nicht
Wir lieben
Wir lieben nicht
Wir lieben nicht lieben Wir
Wir lieben
Wir lieben nicht
nicht lieben Wir lieben Wir
Wir lieben
Wir lieben nicht
nicht Wir lieben Wir lieben
Wir lieben
Wir lieben nicht
Wir Wir lieben lieben nicht
Wir lieben
Wir lieben nicht
lieben lieben Wir Wir nicht
Wir lieben
Wir lieben nicht
nicht Wir Wir lieben lieben!
Literarisches Verständnis: Prosa
Starker Tobak! Warum, wer sendungsbewusst ist, am besten Prosa verfertigt und Antwort auf die Frage, wessen Romane zwar gerne gelesen, aber auch schnell wieder vergessen werden.
Literarisches Verständnis: Drama
Der ewige Goethe hängt kopfüber vom Schnürboden eines Stadttheaters herab. Neben ihm: Ingo Munz und ein gewisser Lovis Löwenthal. Es gibt den Faust. Und es geht sehr ordentlich zur Sache!
Literarisches Verständnis: Lyrik
Warum Lyrik weniger mit Handwerk zu tun hat als die meisten denken. Und endlich Aufklärung darüber, warum Ingo Munz Johannes R. Becher Gottfried Benn vorzieht.


